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Wo bleibt die Achtsamkeit?

Last updated on 7. November 2020

Ich zitiere mal aus einer eMail, die ich an eine Runde schrieb.

So habe ich am Wochenende eine Menge gelernt.

Aber ich hatte am Sonntag auf dem Sexwork-Stammtisch zu Bochum die
Gelegenheit dies anzusprechen und eine Menge über Awareness gelernt. Da
muss ich halt drauf rumkauen.

So kann ich mich für eine Formulierung entschuldigen, ohne mich
rechtfertigen zu müssen. Ich kann hingehen und sagen - schullijung - und
damit dem Gefühl der anderen einfach den richtigen Raum geben. Das muss
nicht automatisch damit einher gehen, dass ich meine Position erneut
vertrete und damit erneut auf der Emotion meines Gegenübers herum trampele.

Und ja, das wird eine Weile dauern. Aber auch alte Eulen können* noch was
lernen.

Ich bin dankbar für diese Erfahrung, auch wenn diese zur Unzeit kam.

Denn nur so kann ein Miteinander funktionieren, wenn man Menschen am Rand mitnehmen will.

(*und müssen), denn einmal einen Fehler machen ist blöd, aber verzeihlich. Ihn erneut zu begehen ist schon Absicht.

Worum es hier genau ging ist nicht wichtig, denn der Tenor ist, dass ich nicht hingehen darf und meine eigene Erlebnis- und Erfahrenswelt zwanghaft auf andere applizieren kann. Denn ich kenne die Erlebnis- und Erfahrenswelt anderer Menschen nicht.

Und doch muss ich auch in der Lage sein mal direkt zu kommunizieren. Aber ich muss dabei niemanden beleidigen. Es gibt andere Worte, die Gleiches aussagen, aber weniger hart sind.

Und doch muss ich auch davon ausgehen können, dass mein Gegenüber nicht so „fimschig“ ist und nicht immer alles gleich in „So kannst Du nicht mit mir reden!“ ausartet. Aber ich habe keine Ahnung, welche Erfahrungen mein Gegenüber hinter sich hat. Ich werde das erst dann wissen, wenn ich achtsam ins Gespräch eingestiegen bin und mein Gegenüber sich mir und ich mich meinem Gegenüber angenähert habe.

Und doch muss doch, die Person die austeilt auch einstecken können! Vielleicht sind das einfach verzweilfelte Rufe nach einer langen Zeit im Leben mit falscher Sprache. Ein Explodieren, weil es nicht (mehr) anders geht.

Karin Reuter (https://www.freikonzept.de/achtsame-sprache/) hat dazu ein paar nette Ideen.

Vielleicht blogge ich darüber auch mal länger, aber ich wollte das nur kurz so loswerden. Ich bin eben nicht perfekt, niemand ist das, aber achtsam mit anderen umzugehen un deren Gefühle zu respektieren hilft meist viel mehr, als … naja … was ich sonst gemacht habe.

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