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Polygam als trans* Frau

Ich war schon immer polygam. Daran ändert auch mein Leben als trans* Frau nichts. Warum sollte es dies auch?


Ich lebe im hier und jetzt. Auch wenn ich gedanklich durchaus ein paar Jahre in der Zukunft bin, was meine Transition oder mein Beruf angeht, so verbleibt meine Sexualität immer im heute. So habe ich Bedürfnisse und Gelüste und ich sehe nicht ein, dass ich monogam auf Dinge verzichten sollte, die ich erleben kann und will. Das ist doch einfach Unsinn.

Corona hat mir dabei einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, weil viele Aktivitäten einfach auf der Strecke bleiben mussten. Dabei bin ich momentan „wanty“, aber nicht wirklich „needy“. Ich verstehe nicht, wie Menschen sich derzeit durch die Apps durchhangeln, um den nächsten Fick zu suchen. Und wahrscheinlich auch finden. Aus Sicht der Einsamkeit haben sich wahrscheinlich schon immer Menschen „Einsame“ zum „Einsamen“ gesucht und gerade jetzt, wo Corinna zu Besuch ist, soziale Kontakte persönlicher Natur eingeschränkt sind, kommt das Problem der Einsamkeit noch stärker auf den Plan. Ich kann den Wunsch nach körperlicher Nähe durchaus nachvollziehen, aber eben nicht bis in die letzte Ecke verstehen. Daher verurteile ich das auch nicht.

Meine Bucket-List ist randvoll mit Dingen, die ich machen möchte. Mal wieder einen 3er mit zwei Männern. Erneute Qualitätsprüfung eines Glory Holes. Zum Beispiel. Muss ich alles verschieben. Aber ich denke mir auch, dass viele Dinge erst dann so richtig für mich genussfähig werden, wenn meine Körperlichkeit dereinst angepasst ist. Daher befinde ich mich derzeit in einer sexuellen Schwebe. Weil ich zwar bisher alles (Un-)Mögliche psychlogisch als Frau erlebt habe und diese dereinst (hoffentlich) auch physiologisch als Frau neu entdecken kann.

Ich habe keine Angst vor meiner Zukunft. Wenn es soweit ist, dann ist es eben so weit und bis dahin, mache ich halt Fotos oder Videos von mir und bringe diese unters zahlende Folk. Vielleicht höre ich auch ganz mit Sexarbeit auf, wenn ich „durch“ bin oder drehe dann erst richtig am Rad. So bin ich jung genug, mir Pläne zu machen, aber alt genug, um reflektiert an die Sache zu gehen. Denn schließlich kann es auch sein, dass mir jemand glaubhaft versichern wird, dass mein gewünschtes „unten rum“ aufgrund meines Körpers an und für sich leider nicht machbar ist. Aber ich bin mir sicher, dass es eine geeignete Version eines „unten  rum“ für mich geben wird.

Polygamie ist für mich nicht, dass ich jeden Tag einen anderen Menschen in meinem Bett haben muss. Ich bin nicht süchtig nach minderwertigen Orgasmen durch schlechten Sex. Polygamie ist für mich, dass ich jeden Tag einen anderen Menschen in meinem Bett haben kann. Und zwar, wenn ich das möchte. Nur ich selbst bin für meine Sexualität zuständig und niemand sonst.

Andere Menschen sammeln Briefmarken, die sie in Alben sortieren und haben viel Freude daran. Ich habe eben ein anderes Hobby. Basta.

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