Zum Inhalt springen

Wen juckt das schon?

Last updated on 9. Dezember 2020

Mein Beitrag zur #Blogparade -> https://www.sarah-blume.de/2020/11/11/das-weihnachtsmaerchenbuch-2020-blogparade/


„01, 02, 03, 04 … wie viele können es eigentlich noch werden?“

Ich zähle die Mückenstiche auf meinem Körper. Ihr kennt das ja, wo Männer in aller Regel von Ihnen verschont bleiben, haben Frauen wohl das süßeste Blut und sind ewiges Jagdgebiet für die kleinen Plagegeister.

„05, 06, 07 … orrrr!“

So kann ich nicht auf das Date. Wie soll mich jemand mögen, wenn ich so zerstochen bin? Jetzt habe ich mich in Zeiten von Corinna ewig und drei Tage mit allem zurück gehalten. Bin gesund geblieben, frisch mit allem getestet und habe mir in langer Arbeit und Mühe einen Corona-Sexualpartner gesucht und nun sehe ich aus, wie ein pickeliger Teenager. UND DAS IM HERBST. Wo in aller Welt kommen diese Stiche her? Sollten die Viecher nicht alle bereits verreckt sein?

„08, 09, 10, 11. Frau Sarah ihr, ihr seid die Zerstochenste hier <3“

Mein Spiegel hasst mich. Er gönnt mir heute kein gutes Bild auf mich selbst. Er grinst mich an. Und lacht mich dabei aus.


So fange ich an mich aufzubrezeln. Mit der letzten Hoffnung verbunden, in 2020 nochmal Sex zu haben. Und sei es auch nur aus Mitleid. Also von männlicher Seite. Es ist der 2. Advent, ich bin sowas von „wanty“ und prinzipiell ist es mir egal, ob er mich nun wegen mir selbst ins Bett bringt oder weil ich halt gerade da bin. OK, das ist ziemlich „needy“. Weil es mir auch irgendwie nicht um den Mann geht, sondern um das zwischen seinen Beinen und was mit seinem Zepter er genau mit mir macht ist mir fast schon egal. Hauptsache „Zepter“ und zwar in meine hintere Öffnung. Tief. Fest. Hart. Unerbittlich. Er soll einfach nur machen, was er mag. Weil ich mag Männer, die einfach nur machen und nicht lange fragen.

Von der Anbahnung her weiß ich, dass er schnell zur Sache kommen will. Also HighHeels, Halterlose, enger Mini, kein Höschen, Trägertop, BH mit meinen Einlagen drin. Und meine Fickperrücke. Gepflegt, Haare bis zum Arsch und offen. Reden, wenn überhaupt, kann man ja „danach“. Ich weiß, dass er spitz ist, weil er auch schon lange nichts mehr vor seine Flinte bekommen hatte. Konsens ist, dass er mich in meinen HighHeels zu nehmen habe und mir BH und Perrücke nicht vom Kopf ziehen darf. Es war schön, dass er darauf einging und wir das Thema „trans* Frau“ so final besprochen hatten. Er bezeichnete das als „Pornofick“ und als Schlampe vom Dienst weiß ich ja, was sich für mich gehört.


Alles dabei? Gummis, Deo, Feuchttücher, Plug im Popo? Jawoll, Ma’am. Alle Zubehör und Anbauteile sind am Start. Noch schnell ein Foto für die Herrin – *klick* – ab ins Auto. Das Navigationssystem deutet mich in ein schnuckeliges Hotel, wo wir als Herr und Frau Schmitz einchecken werden. Ganz ehrlich wundere ich mich immer wieder darüber, das je teurer das Hotel immer so wenig Fragen darüber gestellt werden, ob eine Paarung in diesen Zeiten auch wirklich eine Paarung ist. Und das dieses Hotel überhaupt geöffnet hat ist mir ein Rätsel. Aber … vielleicht gehört es meinen Begatter ja auch und es ist daher nur für uns geöffnet. Fünfundzwanzig Minuten wird die Fahrt dauern und ich sollte mir einfach nicht so viele Fragen stellen. Er ist kein Kunde, er ist meine Möglichkeit. Und ich wahrscheinlich auch seine.


*pling*

Ich ignoriere das Handy im Auto natürlich.

*pling*

Wahrscheinlich nur ein Gruß der Herrin, die mir viel Spaß wünscht.

*pling*


Und dann schaue ich vor dem Hotel nochmal aufs Handy.

*Abgesagt*

Die Begründung spare ich mir. Pisser!

Und da wundern Männer sich, dass wir immer wählerischer und misstrauischer werden. Aber … wen juckt das schon.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: