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Positiver Ausblick #SJBtransition

Last updated on 26. Oktober 2021

Ich glaube, dass ich es schon mal an der einen oder anderen Stelle angedeutet habe. Im Jahr 2023 kommen drei Dinge zusammen.

Erstens.

Mein Personalausweis läuft ab.

Zweitens.

Mein Hurenausweis läuft ab.

Und drittens.

Die geschlechtsangleichende Operation.

Damit könnte ich eigentlich schon aufhören, aber ich möchte das doch ein bisschen aufdröseln. Und vor allen Dingen finde ich das lustig, das hier in Word mit Microsoft Dictate ein zusprechen. Und das am Ende dann doch selbst Rechtschreibung korrigieren muss. Aber vielleicht funktioniert das ja auch in Zukunft gut. Dann muss ich nicht so viel tippen und kann trotzdem mehr schreiben.

Insgesamt sehe ich meine Transition als positiv an, weil ich bisher keine wirklichen Probleme damit habe. Nachdem ich nun die Psychotherapie angefangen habe, wo der Dreh und Angelpunkt über die ganze Transition ist, nachdem ich Hausärztin, Kardiologen, Endokrinologin und Psychotherapeuten miteinander verbunden habe (durch jeweils wechselseitiges Aufheben der Schweigepflicht), läuft das alles super und ich bekomme die ganzen Schriftsachen nur in Kopie und muss mich im Prinzip um nichts Wesentliches kümmern. Ich kann das nur jedem empfehlen, der sich ebenfalls auf diesem Weg begibt.

Natürlich habe ich Glück gehabt, dass ich mit dem ärztlichen Personal Menschen um mich herum habe, die mich bereits als Sexarbeiterin kennengelernt und von daher wenig Berührungsängste mit mir haben.

Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass ich offen und ehrlich über mich erzähle. Dass ich mich frühzeitig um einen Ergänzungsausweis der dgti e.V. gekümmert habe und dementsprechend mich vollständig auch in der Familie geoutet habe. Wobei die Familie war/ist nicht wirklich einfach. Aber das gehört irgendwie wohl dazu. Doch ich kann halt nicht alle mitnehmen. Und es ist auch nicht meine Aufgabe alle davon zu überzeugen. Aber so wie es aussieht, geht das alles seinen sozialistischen Gang und ich bekomme immer mehr Akzeptanz, und es kommt dann auch der Respekt immer mehr dazu. Und vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht um Erlaubnis gebeten, sondern nur eine Information an Menschen, die mir sehr viel bedeuten, weitergegeben habe.

Eventuell liegt es auch daran, dass ich an einem Sonntag geboren wurde. Und mir von daher das Glück über den Kopf geschüttet wurde. Ich weiß es nicht.

Wenn 2021 so der Beginn der Transition formell gewesen ist und ich auch an meinem Äußeren gearbeitet habe mit den Extensions, mit neuer Brille, mit Make up, mit Kleidung und alles, was ich selbst machen kann, so ich kann dies nur empfehlen. Wenn man akzeptiert werden will, auch ein bisschen in sich selbst zu investieren und vor allem unter Menschen zu gehen.

Es ist leider so, dass die Gesellschaft vom Äußerlichen angezogen wird und je mehr man äußerlich Frau ist, umso einfacher wird das Ganze. Jedenfalls wurde es dies für mich. Und je mehr ich mich einfach nur als Frau Blume vorstelle und meine Stimme auf Alkoholmissbrauch und Zigarettenkonsum 😉 zurückführte war dies irgendwie auch überhaupt kein Problem. ich erlebe nur ganz selten, dass ich am Telefon mit Herr Blume angesprochen werde, aber das klärt sich eben auch schnell.

Ich verwandle mich also äußerlich in die Frau, die ich wohl bisher immer so als mein Beuteschema dargestellt habe. Sowohl im rein äußerlichen als aber auch im sexuellen verwandele ich mich in die Submissive Fachschaft, die ich immer haben wollte. Und ich weiß, es gibt Menschen, die diesen Beitrag lesen und sich damit dann zurückgesetzt fühlen. Ich sehe das nicht so und es tut mir furchtbar leid, darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Es ist einfach so.

2022 wird dann das Jahr der äußerlichen Veränderungen, die ich nicht selbst vornehmen kann. Ich werde Ende 2021 mit Hormontherapie anfangen, und die wird man äußerliches mit Beginn 2022 auch nochmal verändern. Es geht dann nächsten Jahr darum, dass ich mit der dauerhaften Haarentfernung im Gesicht anfangen werde. Und genau so werden dann auch die Anträge für die GaOP und die Personenstandänderung beim Amtsgericht gemacht, die auch nochmal ihre Zeit brauchen.

Im Idealfall ist es dann so, dass ich vor dem Ablauf meines Personalausweises im Jahr 2023 mit allem durch bin. Dass ich meinen alten Personalausweis nicht nochmal verlängern muss. (Das wäre ein sehr lustiges Bild -> Eine Frau auf einem männlich konnotierten Personalausweis. Ich möchte das gerne verhindern und mit viel Glück wird dies eventuell sogar gelingen.)

Unterm Strich habe ich eine positive Projektion in die Zukunft. Ich schaue wenig nach links und rechts, was es eventuell für Probleme gibt, weil ich mir denke, dass ich mich mit Problemen beschäftige, wenn sie anliegen und nicht, wenn sie vielleicht in 2 Jahren auftauchen. Das würde mich nur verrückt machen und ich würde überhaupt nichts mehr zustande kriegen.

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