Laser vs Nadel – Eine Geschichte der Epilation – @FucknSunny

Ich könnte es mir ja nun sehr kurz machen und einfach auf https://de.wikipedia.org/wiki/Epilation verweisen. Schließlich macht selbst lernen schlauer, als es vorgekaut zu bekommen. Aber ich will mal nicht so sein, denn ab und an ist es dann doch recht undurchsichtig, welche Leistungen was beinhalten und wer was und wie machen darf, damit es auch „Auf Kasse“ geht. Nur: Ich muss es vielleicht nicht bis in die Details beschreiben 😉


Für mich ist „ohne Haare“ ein muss. Das war nicht immer so, aber grundlegend bin ich seit fast 25 (so in circa) „rasiert“ und hatte immer Interesse an „rasierten“ Menschen. Dabei war dies (noch männlich konnotiert) nur ein Begriff für „untenrum“. Jetzt als Frau mag ich Männer, die „untenrum“ rasiert sind. Sehr sogar. Und ich selbst als Frau versuche meinen Körper als Ganzes, bis auf die Haare auf dem Kopf komplett haarfrei zu halten. Es ist müßig nach den Gründen zu fragen. Wahrscheinlich habe ich einfach zu viele Pornos konsumiert und mir so ein Bild der Frau gemacht, die so ist, wie Männer sie gerne haben wollen? Schön möglich.


Speziell als trans Frau habe ich mir dazu natürlich besonders Gedanken um die Haare im Gesicht gemacht. Wie jede andere weiblich gelesene Frau, so denke ich, habe ich Probleme mit Haaren im Gesicht und ich suche nach einer Dauerlösung. Während ich mich dem Waxing für den Rest des Körpers regelmäßig hingebe, ist das im Gesicht nicht ganz so einfach. Aber für derlei Dinge gibt es ja Dermatologen. Dachte ich.


Die Behandlung mit Laser ist bei mir nicht gegeben. Meine Haare sind weiß bis grau und diese werden vom Laser nicht ganz so gut erkannt. Wenn überhaupt. Jedoch ist die Laserepilation eine Leistung „auf Kasse“ und zwar die, meinen Recherchen nach, garantierte. Kann ich aber eben nichts mit anfangen. Somit bleibt also nur eine Nadelepilation. Dauert wesentlich länger, ist aber dauerhafter.


Einfach ausgedrückt wird jedes Haar einzeln mit Haarfolikel gezogen. Und wo keine Folikel mehr ist, wächst auch kein Bart mehr. Problem: Finde einen Dermatologen, der das macht. Laut dgti e.V. ist dies immer noch eine Kassenleistung, aber es muss auch von einem Arzt gemacht werden. Das Sozialgesetzbuch sagt, dass eine Behandlung in einer Beautyfarm möglich ist, wenn a) Menschen arbeiten, die wie Dermatologen ausgebildet sind und b) ich nachweise, dass innerhalb eines Umkreises von X km ich keinen Dermatologen finde, welcher Nadelepilation anbietet.


Die Leistung wird jedoch so schlecht von der Kasse bezahlt, dass viele Dermatologen sie nicht mehr anbieten. Und zuletzt hat auch das Bundessozialgericht bestätigt, dass diese Behandlung von einem Dermatologen getätigt werden muss, selbst wenn ein Systemversagen (zu wenig Dermatologen, die das machen) existieren. Zudem hat meine Praxis in Köln nun einen Rechtsbeistand damit beauftragt die Kassenärztliche Vereinigung dahingehend zu überzeugen, zumindest eine sinnvolle Abrechnung anzubieten.


Es muss sich so vorgestellt werden, dass die Leistung eine „Fünf-Minuten-Leistung“ ist. Du hast einen dicken Pickel im Gesicht, der wird behandelt, und das Hexenhaar auf der Nase wird „im vorbei gehen“ entfernt. Aber es scheint (zumindest in Köln) keine Möglichkeit zu geben, diese fünf Minuten auf Sitzungen a 45 oder 90 Minuten zusammen zu führen und als Paket abzurechnen. Ganz plötzlich und unerwartet, nachdem genau das fast 10 Jahre funktioniert hat.


Für mich (und wohl auch andere) Frauen bedeutet dies, sich weiterhin selbst rasieren zu müssen. Dies fördert natürlich die Dysphorie extrem, wenn eine Lösung existiert, aber diese vom System derzeit verunmöglicht wird.

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