Neues vom Spocht #ProjektDings

Eines vorweg: Ich bin unsportlich wie sonst niemensch, denke ich. Dabei ist es nicht mal, dass ich Sport nicht mag. Ich kann mich einfach nicht aufraffen, nach einem anstrengendem Tag auf Arbeit und zwischen meinen ehrenamtlichen Dingen noch was einzuschieben. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass sich meine Endokrinologin tierisch darüber freuen würde.

Ich sehe all die Menschen mit ihren Bilderbuchkörpern (ja, ich weiß – ist alles zweischneidige Ansichtssache und patriarchalischer Mist) und bin auf der einen Seite vollkommen neidisch darauf, aber ich bin nicht neidisch auf die Qualen, welche sportlicherseits damit verbunden sind. Und nein, das hat nichts mit meinem trans* sein zu tun. Das war schon immer so.

So hatte ich in der Schule viel Sport, nach der Doppelstunde „Normalsport“ in der 3. und 4. Stunde, in der 5. und 6. „Differenzierungsbereich Sport“, dann in der 7. und 8. Fußball-AG, in der 9. und 10. Hockey-AG und dann noch jeden Tag die 5km mit dem Fahrrad zur Schule hin und her, also 10 km pro Tag – egal welches Wetter. Meine Mutter hat mich zeit des Schullebens nur einmal zur Schule mit dem Auto gefahren – aber nur wegen dem extremen Glatteis in den 80ern – ich habe ihr das nie übel genommen, weil andere wurden auch nicht gefahren. Ach ja und im Fußball-Verein war ich auch zwischen 14 und 16 und hatte einen eigenen Torwart-Trainer, der mich auf Zack hielt – drei mal die Woche. Also ich war richtig, richtig fit.

Aber nach der Schule war eben alles nicht mehr kostenfrei zu haben und ich hatte nie genug Geld um weiter zu machen. Und da die Schulkameradrie eben durch das Fehlen der Schule aufbrach, gab es „von außen“ auch keinen Druck mehr „irgendwo gefälligst zu erscheinen Du Lump!“.

Ich habe Seepferdchen, Frei-, Fahrten- und Jugendschwimmer, sowie die ganzen Rettungsschwimmabzeichen lange vor meinen Kumpel*innen gehabt, da mein Vater mich in die DLRG schleppte. Das war ihm wichtiger, als für einen reinen Schwimmverein 50 Meter Bahnen auf Zeit zu schwimmen. Aber auch mein Schwimmlehrschein ist seit ewig und drei Tagen abgelaufen. 

Der Niedergang kam dann wohl mit der Bundeswehr. Als Wachsoldatin hatte ich nie viel Bewegung in der Truppe und pro 24 Stunden Schicht – gerade am Wochenende und Feiertagen – hatte ich erstmals Kontakt mit Lieferdiensten aufgenommen und da begann mein Leben mit der Plautze. Ich war damals schlanke 75 kg, nun sind es satte 116 kg. Das ist zwar durchaus adipös, aber ich bin nicht fett. Wenn ich das mal so sagen darf. Mein Fett sammelt sich alleine am Bauch, aber solange meine Brüste über dem Bauch schweben, fällt das wohl nicht so auf 😉 

Was ich mir wünschen würde, wäre eine Freundin oder einen Freund ;-), der mich daheim abholt und mich zwingt etwas für mich zu tun. Wo nicht locker lässt und keine Ausreden duldet.

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