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Rattigkeit

Zu denken, dass Sub immer rattig ist, ist genauso eine Fehldenke, wie zu meinen, dass Dom immer rattig ist. Manchmal ist es einfach vollkommen ausreichend und befriedigend seelig und friedlich miteinander beisammen zu sein.


Wenn ich so ins Netz blicke dann habe ich immer öfter das Gefühl, das gerade Menschen, die dem BDSM verhaftet sind, immer und extrem rattig aufeinander sind. Dabei will ich gar nicht ausschließen, dass eine ausgeprägte Libido auf beiden Seiten der Gerte existieren kann. Meiner Erfahrung nach pendelt jedoch die Libido aller Menschen zwischen wenig bis gar nicht und oft bis unersättlich. Und wenn auf der einen Seite gerade mal Pause ist und auf der anderen Seite volle Fahrt signalisiert wird, dann ist das kein Ungleichgewicht. Sowas ist völlig normal.

Zu einem Ungleichgewicht wird es, wenn sich die Libido des einen überhaupt nicht mehr auf den anderen einpendeln mag. Wenn also tote Hose im Schlafgemach herrscht und keiner irgendwie den ersten Schritt machen will. Als „O“ meiner Herrin, die ich alle vier Wochen treffe, habe ich auch nicht immer wirklich Bock auf Sex. Manchmal bin ich so in Gedanken, was noch so alles ansteht, dass mir ein herrisches „Sarah! Ausziehen! Jetzt!“ nur zu gerne ins Ohr gerät. Durch meinen Gehorsam kommt der Appetit halt beim Essen. Auf der anderen Seite würde ich niemals auf die Idee kommen, meine Herrin nach Sex zu fragen, wenn ich das Gefühl habe, dass nur mir was daran liegt.

Dadurch, dass wir uns viel Freiraum im Leben lassen, können wir unsere Libido pflegen, auch wenn der jeweils andere gar nicht in diese involviert ist. Okay, wir informieren uns über Dinge, damit der andere sich nicht abgeklemmt fühlt und so nimmt dann doch wieder jede an der Libido der anderen Teil. Manchmal kommt es vor, dass meine Herrin eben zu sehr „Rücken“ hat oder ich einfach nur zu „kaputt“. Dann verbringen wir unsere Zeit einfach auf Sofa, essen ungesundes Essen und schauen Fernsehen. Und das ist für uns genauso schön und intim, als wenn meine Herrin die Peitsche knallen lässt.

Wir empfinden unsere gemeinsame Zeit an und für sich als wertvoll und machen es nicht davon abhängig, was wir in dieser Zeit tun. Natürlich wünschen wir beide uns sehr, dass gewisse Etablissements wieder öffnen, auf dass wir dort unseren gemeinsamen sexuellen Leidenschaften nachgehen können. Wo ich aber sage, was nicht ist, ist nicht, ist meine Herrin eher die stete Jammerin über den Stand der Dinge 😉

Ich selbst bin absolut offen für ein Date mit einem Mann. Mir fehlt männliche Dominanz zu diesem Zeitpunkt sehr. Ein OneNightStand wäre gerade sehr angebracht. Ich mache auch Frühstück 🙂

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