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Freundschaft #ProjektDings

Ich bin eine lausige Freundin.

Mein Leben dreht sich um mich. Meinen Job, meine Sachen, meine Wohnung, meine Transition. Und wer hier sehr viel „Ich, ich und ich“ liest, liest nicht verkehrt. Dennoch denke ich nicht, dass ich ein kleines narzisstisches Arschloch bin. Ich grenze mich halt nur von Dingen ab, die mir nicht gut tun. Etwas, wozu mir sehr geraten wurde. Denn alleine meine Transition ist ein Zeitfresser und wo soll dann noch Platz für Freundschaft sein.

Ich lade gerne meine Gedanken, welche sich um mich drehen, bei anderen ab, aber verspüre nicht wirklich Lust mir andere Dinge wirklich ausdauernd anzuhören. Wenn ich also einen eigenen Rucksack habe, warum sollte ich mir noch andere Dinge hineinpacken? Ich habe nicht das Gefühl, dass ich etwas aus meinem Rucksack loswerde, wenn ich über den Inhalt spreche. Es ist mehr Informationsweitergabe, ein Stand der Dinge über mich selbst. Ich versende keine Hilferufe.

Neulich habe ich ein Angebot erhalten, mir einen Püngel Klamotten anzuschauen, der mir vielleicht passen würde. Aber da mein Modegeschmack zwischen Schwarz und Schwarz wechselt, habe ich kein Interesse am Wühltisch zu stehen und mir bunte Dinge zu geben. Mein Telefon ist lautlos, immer. Das macht es mir einfach nicht ans Telefon gehen zu müssen, wenn ich nicht will. Wenn es vielleicht gerade nicht passt und ich intensiv meinen Dingen nachgehe.

Mir sind andere Menschen durchaus nicht egal, aber ich befürchte, dass ich nicht die Freundin bin, die eins nachts um zwei anrufen kann und die dann hilft. Vielleicht weil ich auch denke, dass Menschen ihren Kram selbst auf die Reihe kriegen müssen und sich nicht abhängig von der Hilfe anderer machen sollten? Sich selbst schlau machen, sich selbst nach vorne bringen, selbst wachsen.

Ich genüge mir selbst vollkommen und bin gerne nur bei mir. Das ich ein sexuelles Wesen bin und durchaus nicht kontaktscheu, ändert nichts daran, dass eins es schwer haben wird, so weit zu mir durch zu dringen, dass ich bereit bin meine Stille in der Wohnung dauerhaft für einen Lebensgefährten aufzugeben. Wo vielleicht immer das Radio laufen hat oder einen Fernseher im Schlafzimmer braucht. Ich bin schnell genervt, wenn ich Kompromisse eingehen muss. Und sei es auch nur zu akzeptieren, dass ein Mensch „Ich bin eigentlich gar nicht da!“ sagt, aber ich jenen atmen hören darf. Es gibt mir dann ein schlechtes Gefühl, weil ich mich eigentlich kümmern müsste. Wer also dauerhaft in meine Wohnung will, der muss mir als starke Frau als starker Mensch entgegen treten. Oder stärker sein als ich. Derzeit kommt hierfür niemand in Frage.

Was nicht bedeutet, dass ich nicht hilfsbereit bin. Aber dazu muss ich nicht befreundet sein. Manchmal glaube ich, dass mir wegen meines Vorlebens jede Idee von Liebe abhanden gekommen ist und ich diese einfach nicht mehr möchte. Zu sehr habe ich Menschen vor den Kopf gestoßen. Was dann auch Freundschaften einschränkt, da ich niemanden wirklich nahe an mich heran lasse. Ich kann einen wunderbaren One Night Stand haben und auch einen Second oder Third Night Stand. Und ich kann mich dabei wirklich gut fühlen. Aber wirklich mehr als Sex mit mir ist derzeit nicht zu holen. Und Sex alleine macht noch keine Freundschaft geschweige denn Beziehung.

Ob ich tatsächlich eine lausige Freundin bin, können aber auch soundso nur andere beurteilen 😉

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